theaterring wolfsburg
Partner und Förderer des Theaters seit 1965
theaterring wolfsburg Partner und Förderer des Scharoun Theaters seit 1965 theaterring wolfsburg      Bildung, Kunst und Kultur
Vergnügliche Lesung mit dem Intendanten „Es    wird    ein    harter    Abend    für    Sie,    meine    Damen“,    warnte    Intendant    Rainer Steinkamp   vor   Beginn   seiner   Eugen   Roth-Lesung   am   Montag   im   Theater.   Und legte   los   mit   dem   Paulus-Brief   an   die   Korinther:   „Wo   Männer   würdig   walten,   soll das   Weib   die   Klappe   halten!“ Am   Ende   wurde   es   versöhnlicher:   „Das   Weib   -   es   ist das Schönste, was es gibt.“                   Foto: Gero Gerewitz Literarisches und Lukullisches: Intendant Rainer Steinkamp las Gedichte vor, dazu gab es leckeres Essen. Wolfsburg .     Eingeladen     hatte     der     Theaterring     zu     seiner     schon     Tradition gewordenen   Veranstaltungsreihe   „Literarisches   und   Lukullisches“.   Literarisch   war der    Münchner    Verseschmied    Eugen    Roth    (1895    bis    1976)    angesagt,    fürs Lukullische    sorgte    die    Gastronomie    des    Hauses    in    Form    eines    bayerischen Schmankerls   mit   Brezeln   und   Wurstsalat.   Bestens   vorbereitet   waren   damit   rund 150   Besucher   dann   auf   „Die   Frau   in   der   Weltgeschichte“,   der   Steinkamp   den   zuvor angekündigten „Ein Mensch“-Gedichten den Vorzug gab. Heftig,    fröhlich    und    hintergründig    ging’s    zu    auf    der    Reise    quer    durch    die Weltgeschichte   mit   dem   weiblichen   Menschen   als   treibende   Kraft.   Wobei   natürlich von   Anfang   an   klar   war,   dass   das   sogenannte   schwache   Geschlecht   in   Wahrheit immer   das   stärkere   war.   Dass   Männer   diese   Tatsache   von   jeher   nicht   wirklich anerkennen   wollten,   ist   heute   noch   ein   Zeichen   für   ihre   (bisweilen   ja   auch   sehr liebenswerte) Schwäche. Da   fing   die   Aufklärung   à   la   Roth   denn   auch   buchstäblich   bei   Adam   und   Eva   an, deren   Klage   „Ich   hab’   nichts   anzuziehen“   über   Jahrtausende   bis   in   die   Gegenwart ihre   Gültigkeit   bewahrt   hat.   Die   alten   Griechen   und   Römer   wurden   zitiert,   das lockere      Treiben      im      Mittelalter      untersucht,      ebenso      kamen      die      ersten Frauenrechtlerinnen    (die    kriegerischen    Amazonen)    zu    Wort.    Bei    höchstem Bildungsniveau   blieb   allerdings   die   Frage   ungeklärt,   ob   Goethe   und   die   Frau   von Stein…    „hat    er,    oder    hat    er    nicht?“   Auch    Steinkamp    musste    hier    die   Antwort schuldig    bleiben.    Dem    unbändigen    Vergnügen    der    Zuhörer    tat    dies    keinen Abbruch. km
Wolfsburger Allgemeine vom 29.03.2017
Wolfsburger Nachrichten vom 20.04.2017
Wolfsburger Kurier vom 16.04.2017