theaterring wolfsburg
Partner und Förderer des Theaters seit 1965
theaterring wolfsburg Partner und Förderer des Scharoun Theaters seit 1965
Wolfsburger Nachrichten vom 12.07.2021
theaterring wolfsburg      Bildung, Kunst und Kultur
Wolfsburger Allgemeine vom 12.07.2021
Früherer Theater-Intendant hatte die Lacher auf seiner Seite Theaterring Wolfsburg: „Literarisches & Lukullisches“ im Foyer mit Rainer Steinkamp kam bei den Besuchern bestens an VON ROBERT STOCKAMP Nach mehrmaliger Verschiebung fand am Freitagabend endlich wieder die beliebte Veranstaltung „Literarisches“ des Theaterrings Wolfsburg im Scharoun Theater statt, die eigentlich „Literarisches & Lukullisches“ heißt, letzteres fiel allerdings den Corona- Auflagen zum Opfer. Trotzdem hatten die Besucher viel Spaß an den Balladen, die Rainer Steinkamp, der frühere Intendant des Theaters, vortrug. „In der Schule sind wir ja alle damit gequält worden“, meinte Steinkamp. Balladen seien ja auch nicht wirklich lustig; es sterben viele Leute. Und dann reime sich auch noch alles… Doch mit starker schauspielerischer Ausdruckskraft und auch einer gewissen Süffisanz gelang es ihm, die Texte von Goethe, Schiller, Fontane und anderen sehr unterhaltsam vorzutragen. Das begeisterte das Publikum. Auch der Redner selbst war hoch erfreut, auch wenn ihn der Abend eine Flasche Rotwein gekostet hatte. „Mitten im Juli Balladen im Theater da kommen höchstens 20 Leute“, hatte er im Vorfeld gesagt. Doch es war eine Wette, die er sehr gerne verloren hat. Die Zuhörer hatten lange auf diesen Abend gewartet. Da kamen sie auch gerne zu einer Jahreszeit in den Saal, die für Theater im Innenraum nicht prädestiniert ist. Die Entscheidung der Besucher war gut, denn sie wurden wunderbar unterhalten. Die Begeisterung ging sogar so weit, dass einzelne Zeilen aus bekannten Gedichten wie „Die Bürgschaft“ oder „Der Erlkönig“ mitgesprochen wurden. Zu letzterer Ballade verriet Steinkamp sogar noch eine Erinnerung aus der Schulzeit. Damals gab ihm sein Mathelehrer Herr Junge seine Arbeit mit einer glatten sechs zurück und zitierte die letzten Zeilen von Goethes Werk: „Erreicht den Hof mit Mühe und Not; In seinen Armen das Kind war tot.“ Im Repertoire waren neben den Dichterfürsten auch Fontanes „John Maynard“, Texte von Brecht, die Ballade „Die Vergeltung“ von Annette von Droste-Hülshoff sowie als Zugabe dann doch noch etwas humorvolles. Das abstruse Gedicht „Der Ameise“ von Friedhelm Kändler sorgte für viele Lacher.
Foto: Britta Schulze
Literarisches & Lukullisches: Der frühere Theater-Intendant Rainer Steinkamp hatte beste Laune.